unabwendbares Naturereignis

Von: brn-dresden@web.de
Am: 03.07.2002  16:39:41

Offenbar ist es wieder an Zeit die „Opfer“ der Bunten Republik zu Wort kommen zu lassen, nachdem das Thema Provokation, Polizeieinsätze und Straßenschlachten keinen interessanten Diskussionsstoff mehr liefert und spektakuläre Fotos der nächtlichen Auseinandersetzungen ein gewisses Gewohnheitsmaß erreicht haben, weil sie mit denen aus 2001 leicht verwechselt werden können. Nun also sind die am Fest „unbeteiligten“ Neustadtbewohner und abgeschreckten Investoren gefragt, ihr Gegenvotum in Flüche oder teilweise nachvollziehbare Argumente zu packen, um damit mitteilungsbedürftige Nachahmer zu inspirieren oder ein Belächeln und ab und zu auch einen in knappe Worte gekleideten, gestreckten Mittelfinger zu ernten. Wie wäre es denn, wenn die „betroffenen“ Neustädter beginnen würden, umzudenken und die BRN als das zu sehen, was sie ist: ein unabwendbares Naturereignis. Dem kann man sich nur stellen oder davon laufen. Selbst ein schlechter Wahrsager, kann schon jetzt das 14. Stadtteilfest dieser Art voraussagen. Immer wieder wird den vom Lärm geplagten Neustädtern an verschiedenen Stellen mitgeteilt: „Na dann fahrt doch weg am BRN- Wochenende“. Ja, warum denn nicht? Der Termin für das nächste und übernächste Jahr steht schon fest und vielleicht gibt es ja einen Frühbucherrabatt. Viele Neustädter andererseits haben es schon verstanden, die Tage und Nächte des bunten Treibens für sich zu nutzen. Um den jährlich wiederkehrenden Nebenerscheinungen der Bunten Republik entgegenzuwirken – hier werden vor allem immer wieder die Müllbelastung aber auch andere Dinge angesprochen – gibt es tatsächlich nur eine sinnvoll Lösung: die UNBETEILIGTEN Neustädter BETEILIGEN sich. Und dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sie machen sich mit viel Aufwand und wenig Rückendeckung an die Arbeit, das Stadtteilfest „Bunte Republik Neustadt“ langfristig zu unterbinden oder sie erwarten das Fest ganz gelassen und mit wenig, jedoch nützlichem und einfallsreichem Vorbereitungsaufwand. Leute lasst euren Ideen freien Lauf, macht euch stark. Bestellt zum Beispiel Mischglascontainer – an jede große Kreuzung einen und prangert entsorgungspflichtige Unternehmen an, die die kostenfreie Bereitstellung verweigern und damit vorsätzlich hundert Kilogramm an Wertstoffen der Restmüllentsorgung überlassen. Es gibt sie doch hoffentlich noch in unserem Stadtteil - die grünorientierten Umweltverfechter mit dem tieferen Einblick in das Kreislaufwirtschaftsgesetz, dessen Auslegung und Anwendungsmechanismen. Das dürfte doch eine Herausforderung sein, ein Entsorgungsunternehmen dazu zu bringen, diese Idee weiter zu spinnen bis es sich schulterklopfend einbildet, selbst auf diesen Einfall gekommen zu sein. Und weil das Thema Glasscherben und Wurfgeschosse ein heißdiskutiertes ist, hier der Vorschlag meiner Kinder, die schon seit 2 Jahren fleißig Pfandflaschen zur BRN einsammeln. Gemeint ist ein Annahmestützpunkt, der 4 mal täglich für insgesamt 6 Stunden geöffnet hat. Das ist der Anlaufpunkt für alle Sammelkids, die sofort Bargeld kriegen. Gesponsert wird das Vorhaben durch einen Getränkehandel, der nichts weiter zu tun hat, als freitags 80 leere Bierkästen zu liefern und montags mit Leergut gefüllt abzuholen. Anreiz für den Betreiber der Sammelstelle kann es sein, das Privileg zu haben, selber offiziell Getränkeflaschen zu verkaufen. Vielleicht finden sich auch interessierte Rentner. Wir werden sehen. Jetzt reicht es. Hab schon wieder viel zu viel geschrieben.




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