Ende das Asyls

Von: Redaktion
Am: 28.03.2002  16:29:15

„Kein zweites Provisorium soll es werden“, sagt Tonne-Vorstand Helmut Gebauer zum geplanten Einzug des Jazzclubs in die Keller des „Maréchal de Saxe“ im Kulturrathaus.
Mitte des vergangenen Jahres war der Verein aus dem Waldschlösschen-Areal ausgezogen und hatte im bewusst so genannten „Scheune-Asyl“ Konzerte veranstaltet. An den zu geringen Besucherzahlen hatte der Standort-Wechsel aber kaum etwas geändert. „Wir hatten hier in der Scheune zwar mehr Laufpublikum als am Waldschlösschen. Aber da die Scheune auch ihr eigenes Konzertprogramm macht, haben wir für unsere Konzerte oft nicht so günstige Wochentage bekommen“, so Gebauer. Auch der Aufwand, Konzerte außerhalb eigener Räume zu organisieren, war dem zum größten Teil ehrenamtlich arbeitenden Verein schließlich zu viel geworden.
Dass die Tonne neue Räume sucht, sprach sich schnell herum, und so gab es bald mehrere Angebote für Spielstätten. „Aber nach den Erfahrungen am Waldschlösschen kam für uns nur die Innenstadt in Frage“, sagt Helmut Gebauer. „Insofern waren wir über das Angebot des „Maréchal de Saxe“ sehr erfreut.“
Ein Probekonzert Ende Februar und eine anschließende Zuhörerbefragung ergaben ein durchweg positives Echo. Für größere Veranstaltungen könnte der Saal des Kulturrathauses genutzt werden. Im Verein einigte man sich deshalb schnell : Hier wollen wir hin.
Noch ist nichts entschieden, aber die Verhandlungen mit der Stadt, der das Haus gehört, und Gaststätten-Pächter Stéphane J. Dujardin laufen. Helmut Gebauer: „Unabhängig von einer langfristigen Einigung haben wir eine vorläufige Übereinkunft erzielt, die es uns gestattet, die Tonne am 19. und 20. April wieder zu eröffnen. Im Moment planen wir drei Veranstaltungen pro Woche. Aber wir wollen natürlich auch schrittweise unser Gesamtkonzept eines Jazz-Zentrums realisieren.“ Das sieht neben den Konzerten auch Ausstellungen, Vorträge und eine größere musikalische Breite vor. Noch in diesem Jahr soll deshalb mit einer neuen Reihe unter dem Titel „Kult-Jazz“ begonnen werden - einer Mischung aus Jazz, HipHop und elektronischer Musik.

Liegt es am Standort oder liegt es am Programm - was zieht die Besucher wieder in die Tonne?

Eröffnungs-Wochenende:
19.4., 20.30 Uhr: Alexander-von-Schlippenbach-Trio (Kulturrathaus, Saal)
22.30 Uhr: Jazzensemble der Musikhochschule (Neue-Tonne-Keller)
20.4., 20.30 Uhr: Plastiline Black Sheep (Neue-Tonne-Keller)





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