Ein ziemlich fieser Trick

Von: Dilbert
Am: 02.01.2002  00:23:18

Inzwischen war auch der Alte langsam näher getreten, hatte einen nicht mehr ganz neuen Plastekamm aus seinem Mantel geholt, war sich bedächtig einige Male damit durch seinen Bart gefahren und setzte ihn an den Mund. Über Zions Tochter, Winters Ade und der se-he-ligen Weihnachtszeit war als cantus firmus nun ganz deutlich das Lied vom Osterhasen zu hören: "...Osterhase, fällt andauernd auf die Nase, ganz egal wohin er lief, immer ging ihm etwas schief...". Er spielte alle 22 Strophen, und als er gerade zum 23. Refrain ansetzen wollte, sah man ihn angerannt kommen: Verschlafen, verstrubbelt und mit wehenden Ohren.
"Bin ich schon dran?", fragte der Hase, schaute mit großen Augen und schob seine Brille hoch, die ihm immer wieder auf die Nasenspitze rutschte.
"Hm, wohl wieder verschlafen?", knurrte der Alte und zwickte einem der Engel in den Flügel, das daraufhin schmerzvoll das schöne Gesichtchen verzog.
"Und wieder mal keine Geschenke dabei." Der Hase schaute betreten.
"Na, macht nix", sagte der Alte aufmunternd. "Ich hab noch was übrig von meiner Tour", und er zeigte zum Schlitten. "Nimm das, und beeil dich, die warten schon alle. Von dem ganzen Leuchtkram und so lass dich nicht stören, das ist dieses Jahr modern." Und er erzählte eine verworrene Geschichte von einem Stern über einem Stall, der Hühner bunt gemusterte Eier habe legen lassen.
Der Hase schnappte sich den Sack mit den Geschenken, während der Alte mit seinen Begleitern die nächste Kneipe ansteuerte.





Zugehörige Beiträge:

Ein ziemlich fieser Trick