Viel Zank um den Punk

Von: Redaktion
Am: 16.11.2001  23:15:26

„Die Punker sollen weg!“ – Dieser Spruch ist immer wieder zu hören, wenn es um das Thema Ordnung und Sicherheit auf der Alaunstraße geht. Doch da solch eine Forderung zu nichts außer erhitzten Gemütern bei Befürwortern und Gegnern führt, wurde Ende vergangenen Jahres (2000) durch den damaligen Ordnungsdezernenten Ihme ein Expertengremium ins Leben gerufen, das sich der vorhandenen Probleme annehmen und nach Lösungen suchen sollte. Die „Arbeitsgruppe Alaunstraße“, bestehend aus dem Ortsamtsleiter, dem Revierleiter der Polizei, Vertretern städtischer Ämter sowie des Fördervereins Äußere Neustadt, traf sich bisher elf Mal in meist nichtöffentlichen Sitzungen. Obwohl auch andere Punkte behandelt wurden, wie z.B. die Verbesserung der Reinigung und die Aufstellung zusätzlicher Papierkörbe, blieben die Punker das zentrale Thema. Doch bei der Regelung der Zuständigkeiten war man sich uneins. Die Sozialarbeiter des Jugendamtes nahmen nach ersten drei Treffen an der Arbeitsgruppe nicht weiter teil. „Die jugendhilflichen Geschichten, die wir anzubieten haben, greifen da nicht“, so der Kommentar. „Wir kümmern uns, wenn zum Beispiel jemand obdachlos ist oder kein Geld hat oder mit den Behörden nicht klarkommt. Aber das ist bei den meisten Punkern nicht der Fall – die organisieren sich selber und sind zufrieden dabei. Wir halten zwar den Kontakt zu den Leuten, aber wir betreuen sie nicht.“ Die Streetworker der Neustadt waren es außerdem leid, allein für Ordnung und Sicherheit verantwortlich gemacht zu werden. Unter Federführung des Ordnungsamtes verschob sich das Gewicht der weiteren Arbeit immer mehr zugunsten restriktiver Maßnahmen, wie z.B. einer Kameraüberwachung auf der Alaunstraße. Praktisch umgesetzt ist bisher nichts und wird es wohl auch nicht werden. Der neue Ordnungsbürgermeister Sittel gab zu verstehen, dass solch eine Arbeitsgruppe eigentlich nicht in sein Ressort gehört, sondern eher Sache des Ortsamtes sei. Bei dieser Überlegung dürfte die Tatsache eine Rolle gespielt haben, dass in letzter Zeit weniger über die inhaltliche Arbeit der Runde als über deren inoffizielle Aktivitäten zu erfahren war. Sollte es eine Neuauflage dieser Arbeitsgruppe geben, kann man auf die Zusammensetzung und die Arbeitsweise gespannt sein. Ziemlich sicher ist aber, dass die Punker bleiben werden – auf der Alaunstraße und ein Streitthema.




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