Allen!?

Von: emil.grauer@daybyday.de
Am: 10.11.2001  15:20:06

Nun was die Neustadt anbelangt sollte man differenzieren zwischen den Wochenenden und Wochentags. Letzten Mittwoch gelüstet es mich mal wieder einige Kneipen zu besuchen. Nichts war, absolute Flaute. Am Wochenende hingegen ufert das langsam aus. Der Samstag hat sich zum Proll - Tag oder zum Provinzler – Treff entwickelt. Der Freitag ist noch einigermaßen zu ertragen. Es wird gegrölt, geschmissen und was weis ich nicht alles. Die kleinen Vorgärten des Gymnasiums auf der Louisenstraße werden zu Kloaken und Mülldeponien umfunktioniert. Vonn Sonntag bis Mittwoch ist eh alles leer. Denn „Yuppie – Kneipen“ dafür die Schuld zugeben halte ich aber nicht für gerechtfertigt. Auch das Flair von „Rotlicht“, welches das Schwalbennest versprühen soll halte ich für arg übertrieben. Immerhin ist das Schwalbenest eine der Kneipen die auch in der Woche gut besucht sind und das hat bekanntlich dann seine Gründe, welche das auch immer sein mögen. Und das ist es ja was die Neustadt eigentlich auszeichnen sollte: jeder hat die Möglichkeit dorthin zu gehen wo er möchte. Insgesamt steht doch sie am Scheideweg. Soll sich die Neustadt noch mehr kommerzialisieren oder wieder „Back to the Roots“? Jedem dürfte aber klar sein, das die ansässige Bevölkerung von der Anzahl her nicht mehr ausreicht um alle Gewerbetreibenden eine wirtschaftliche Basis zu garantieren. Von den Verantwortlichen der Stadt seit 10 Jahren vernachlässigt, gibt es jetzt immerhin eine Bürgersteigreinigung, was aber nur dazu führt das der Müll in den Straßen noch mehr zunimmt. Letztendlich hat ja auch der Neustadtbesucher nach dem Dörner - Verzehr auch keine Möglichkeit sein Papier irgendwo in Behältnisse zu werfen. Davon gibt es einige wenige entlang der Alaunstraße, aber auf der „Dörner – Meile“ ist nichts zu finden. Die mittlerweile an jeder Ecke entstehenden Spätshops tragen das ihrige mit dem Verkauf von Dosen- und Flaschenbier bei. Flaschen werden zerschmissen, und Dosen nachts durch die Straßen gekickt. Warum setzen sich nicht die Ladenbetreiber der Läden, die den größten Müll verursachen einmal zusammen und nehmen für einen bestimmten Zeitraum mal 50 Pfennig mehr auf jeder verkaufte Einheit und stellen dafür dann mal 20 Papierkörbe auf? Das dürfte doch nicht so schwer sein. Nicht das ich falsch verstanden, grundsätzlich ist jeder neue Laden, ob Galerie, Einzelhandel oder Kneipe eine Bereicherung für die Neustadt. Solche Läden wie das Living XO werden wieder von alleine verschwinden, weil es offensichtlich ist, das sich die Öffnung wirtschaftlich nicht rentiert, besonders in diesem Fall ist die Ablehnung durch das Publikum da. Verschiedene Partyveranstalter haben das ja schon zu spüren bekommen. Wie heißt es doch so schön: Der Markt wird es bereinigen. Wenn andere „Coolness – Kneipen“ voll sind und von den Leuten angenommen werden, haben sie eine Existenzberechtigung!




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