RE:Nein!

Von: getup@standup.jah
Am: 19.06.2001  16:56:12

vielleicht wäre es an dieser stelle noch einmal angebracht, sich vor augen zu halte, was die polizei ist und was ihre aufgaben sind. die polizei stellt das "staatliche gewaltmonopol" dar und soll einschreiten, wenn gesetze gebrochen werden. wenn sie jedoch auftritt mit dem wissen, dass genau dadurch es viel viel wahrscheinlicher wird, dass vereinzelte leute sich dazu hinreissen lassen gesetze(legitim oder nicht) zu brechen, es also sozusagen provozieren, dann ist doch sehr fragwürdig, wer hinter einem solchen auftreten steckt. die polizei ist jedenfalls kein autonom entscheidender haufen. und wenn die polizei eine person, die ein gesetz gebrochen hat, fassen kann, soll sie diese person an die leute weiterleiten, die sich um die ahndung kümmer, bekanntlich eine andere der drei staatsgewalten. so, wenn nun aber polizisten soche "straftäter" zu fassen kriegen und diese personen ersteinmal vermöbel, ja dann könnten wir doch genauso sa-trupps herumlaufen haben, die dann bei jeder "dienstlicher" aktion ihre politische meinung miteinfliessen lassen und selbstjustiz üben. ich bin aus berlin und war hier auf zahlreichen anti-nazi demos, war im wendland, und auch auf dem mariannenplatz am 1.mai. meine erfahrung mit bullen ist folgende: in der aufgabe, in der sie sich befinden, nämlich in der der staatsgewalt, kann man sie nun mal nicht mehr als "sind doch auch menschen" sehen. erstens, wer sich für solche scheisse einspannen lässt, hat ein eigenes interesse daran, diese aufgaben und interessen mitzutragen, und zweitens, habe ich in den ALLERWENIGSTEN fällen (ich sage nicht, dass es sie nicht gibt) erlebt, wie ein bulle im einsatz ansprechbar ist und mit sich reden lässt. in dem moment sind das maschinen, die dich ebenfalls nicht als mensch btrachten und auf befehl zusammenknüppeln und halbtot schlagen, oder, wie wir jetzt in göteborg gesehen haben, auch ruhig totschiessen würden. wenn ein stadtteil ein fest feiert ist es in dieser staatsform sichelich legitim, wenn hier und da ein paar (nur ein paar!!!) cops unterwegs sind(nicht gepanzert, nicht mit hunden, nicht mit helm etc), um in irgendwelchen notfällen ansprechbar zu sein. das ist nicht mein wunsch, aber das wäre das weitestgehende, was ich nachvollziehen könnte, wie gesagt, innerhalb dieser staatsform ist das halt so, das heisst auch nicht das man sich´s bieten lassen muss, aber naja... auf jeden fall haben die bullen in grosser anzahl dort einfach null irgendetwas verloren. und das ist der punkt. da können jetzt so viele von euch wie wollen über die "chaoten" (aah, netter eckart "the gewalttäter" werthebach - slang) schimpfen, es ist einfach der völlig falsche ansatz! was zählt ist, ist das der bevölkerung nicht gestattet wird, ein fest ohne staatliche kontrolle abzuhalten (wobei ich es hier als staatliche "intervention" bezeichnen würde). hier fängt unterdrückung an, und diese unterdrückung ist ganz eindeutig nicht im interesse einer mehrheit, sondern nur einer winzigkleinen, sich ständig bereichernden, korrupten, kriminellen, niederträchtigen minderheit. und diese leute, das sind die wahren chaoten. und ich würde sagen, dass es gilt, sich gegen diese chaoten, um mal den begriff weiterhin zu verwenden, zu wehren, und gegen alle ihre angriffe, sei es in form von polizeigewalt, sei es die privatisierung von unis oder krankenhäusern oder rente, sei es die schliessung von kindertagesstätten, seien es steuergeschenke an die konzerne auf kosten der arbeitslosen und alleinerziehenden, seien es kriege gegen staaten, die nicht in das wirtschaftskonzept dieser staaten passen, die liste liesse sich ewig fortsetzen. was wichtig ist, und im hinblick auf genua und alles was danach kommt, ist der widerstand gegen diese ganze kacke. uns wird demokratie erzählt, ok, wir machen ernst damit.




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