Gemüse statt Pullover

Von: Redaktion
Am: 20.12.2002  14:02:07

Alle oder keinen, das ist die Bedingung für einen künftigen Betreiber der Dresdner Wochenmärkte. Weil das Marktamt in der Stadtverwaltung aufgelöst wird, soll nun ein privater Betreiber den Verkauf von Obst und Gemüse in die Hand nehmen. Übernehmen muss er alle bisherigen Standorte, mit Ausnahme des Martin-Luther-Platzes.

Vom Tisch sind damit erst einmal Befürchtungen, durch die Auslagerung aus der städtischen Zuständigkeit würden kleinere Standorte dicht gemacht. Bisher gab es zwölf Wochenmärkte in ganz Dresden, und die Einnahmen aus den Standgebühren deckten nicht einmal den Verwaltungsaufwand, den die Stadt dafür betrieben hatte. Ein neuer privater Betreiber, so fürchteten viele, würde sich nur die Rosinen aus dem Kuchen herauspicken, weniger lukrative Standorte aber nicht weiter bedienen. Doch dem soll bei der Ausschreibung ein Riegel vorgeschoben werden. Der Standort am Martin-Luther-Platz fällt zwar weg, die übrigen elf Wochenmärkte gibt es aber nur als Gesamtpaket. In der Ausschreibung festgelegt soll auch das künftige Warenangebot werden. Mehr Blumen, Obst und Gemüse, weniger Pullover und anderen Kram erhofft man sich so.

Wenn die Rechnung der Stadt aufgeht, spart sie nicht nur die bisherigen Kosten für die Betreibung ein, sondern braucht nur noch die Hand aufzuhalten: Weil die Märkte auf städtischen Flächen stattfinden, muss ein privater Betreiber für die Nutzung natürlich zahlen. Doch ob unter dem Zwang der Wirtschaftlichkeit auch in der Perspektive jeder Standort zu halten sein wird, steht auf einem anderen Blatt. Wenn Händler oder Kunden ausbleiben, wird keine Stadtverwaltung eine Weiterbetreibung einklagen können.


Welcher Standort ist gut, welcher nicht? Gibt es für den Luther-Platz eine Alternative? Und wie müsste das Angebot auf den Wochenmärkten sein, damit Sie und ihr hingeht?





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