Alles außer Jazz

Von: Redaktion
Am: 10.10.2002  15:01:10

Die ehemalige Jazz-Tonne wird zum Arteum umgebaut. Künftig sollen raffinierte Technik und moderne Ausstattung pompöse Inszenierungen in den Gewölben auf dem Waldschlösschen-Gelände möglich machen. Dafür werden in den alten Brauerei-Kellern zur Zeit die Installationen erneuert und die Nutzfläche auf 1.300 qm erweitert. Vier Gewölbetonnen sind künftig unabhängig voneinander nutzbar, können mit Bühnen ausgestattet oder mit Bankett-Tischen möbliert werden. 500.000 Euro lassen sich die Bayrische Immobilien AG als Eigentümer und Mirco Meinel von „Merlins Wunderland“ als künftiger Betreiber die Neugestaltung kosten.

Dabei waren die ehemaligen Bierkeller erst vor fünf Jahren für den Jazzclub Tonne umfangreich saniert worden. Doch dem Club war kein Erfolg beschieden. „Zu abgelegen“, resümierte Tonne-Vorstand Helmut Gebauer im Frühjahr, als die Tonne wegen anhaltend niedriger Besucherzahlen erst in die Scheune und schließlich auf die Königstraße umgezogen war. Die Gewölbe auch für fremde Veranstaltungen zu vermieten, war dem Tonne-Verein gleichfalls nicht gelungen.

Daran will Meinel nicht scheitern. Mit seiner neuen Veranstaltungsagentur First Class Concept bietet er künftigen Nutzern einen Rundum-Service aus Gastronomie, Technik und flexibel zu nutzenden Räumlichkeiten. Weil dabei nur eine einzige Agentur den Hut aufhat, soll das alles auch noch „wesentlich preisgünstiger“ als anderswo sein. So will Meinel das Arteum als neuen Veranstaltungsort für Kleinkunst, aber auch für Firmenveranstaltungen etablieren. „Alles außer Jazz“ will er machen, Feiern für 20 bis 600 Personen sind möglich, wobei die Stätte trotz der großen Gesamtfläche durch die alten Gewölbe einen eher intimen Charakter behält. Dazu kommt die Nutzung als Restaurant-Theater mit eigenen Produktionen aus "Merlins Wunderland" wie der Weihnachts-Show „Schrille Nacht“, die im Dezember täglich auf dem Spielplan steht.

Eine Zusammenarbeit soll es mit dem Metropolis geben, wo neuerdings nicht nur Filme gezeigt, sondern auch Kongresse veranstaltet werden. Tagen im Metropolis, zur Pause und zum Essen ins Arteum, so sind Meinels Vorstellungen. Ein erster Test für diese Kooperation wird die Veranstaltung zum 20-jährigen Bühnenjubiläum von Alf Mahlo Ende November sein, bei der das Konzertprogramm im Metropolis stattfindet, die anschließende Party im Arteum.

Hier bleiben wird die Erdbeer-Disco, ein neuer Club ist außerdem im Gespräch. Wenn die Fläche dann nicht mehr ausreichen sollte – kein Problem: Weil sich unter den derzeit genutzten Tonne-Kellern nochmals eine Gewölbe-Ebene befindet, denkt Meinel auch schon über deren Ausbau nach.





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