Re: Ursachenforschung

Von: memoriter@web.de
Am: 01.12.2006  14:19:23

Witziger Beitrag. Mehr nicht. Das kann doch unmöglich ernst gemeint sein, oder? Hier offenbart sich leider mal wieder Intoleranz und Unwissen in einem Beitrag, und das noch in geballter Form. Selten so etwas undiffenziertes gelesen! Auf die obige "Analyse" der hiesigen Einwohner einzugehen, erübrigt sich. Jeder der eine Weile in der Neustadt wohnt, weiß, wovon ich rede. Auch ist mir die inhaltliche Aussage des Beitrags nicht klar geworden? Sollte es außer plumper Provokation keine andere Absicht gegeben haben? Der Vorwurf, mit einer Schließung des "Ararat"-Shops "weitere Ausländer in die Arbeitslosigkeit zu stürzen" ist aus einer völligen Unkenntnis der Situation entsprungen. Erstens gehört der "Ararat"-Shop zu einer Döner-Imbiss-Kette, welche mehrere Filialen in Dresden, insbesondere in der Neustadt besitzt. Die Schließung des Shops wäre also keine Existenzvernichtung, sondern höchstwahrscheinlich einkalkuliert seitens des Betreibers. Es war von vornherein ein Risiko, diesen Laden vor der Scheune zu genehmigen und zu betreiben. Zweitens gehe ich selber oft in den "Ararat"-Imbiß essen und kenne deshalb die Gesichter der Belegschaft recht gut. Im Shop saßen nun genau diese Angestellten, keiner mehr oder weniger. Wahrscheinlich arbeiteten sie lediglich mehr - denn einen neuen Arbeitnehmer anzustellen wäre wohl viel teurer geworden. Ich will hier nicht weiter auf Arbeits- und Funktionsweisen von Dresdner Döner-Imbißketten eingehen, da ich sie erstens nicht kenne, sondern lediglich Vermutungen habe und zweitens, weil diese Vermutungen nicht nur positiv sind. Der "Ararat"-Shop war von Beginn an ein Sonderfall eines Späthsops. Wer andere Spätshops kennt, der weiß, daß sie ein breites Sortiment an Lebensmitteln und Gebrauchsgüter haben - eben nicht nur Regale, die ausschließlich voller Alkohol stehen, wie sie besagter Shop jedoch besitzt. Die Genehmigung dieser Einrichtung seitens der zuständigen Behörden war schlichtweg dämlich. Ich will auch noch eins zum Kundenbetrieb sagen: Ich selber arbeite in einem Spätshop und es ist durchaus möglich, Leuten keinen Alkohol zu verkaufen, indem man sie zum Beispiel nach einem Ausweis fragt oder ihnen den Alkohol aus augenscheinlichen Gründen, etwa Angetrunkenheit, Rumgepöbel etc. verweigert. Das habe ich schon getan, das haben andere Spätshops schon getan. Ob es der "Ararat"-Shop getan hat oder tut, weiß ich nicht, aber ich zweifle daran (Es gibt dazu viele Aussagen von Augenzeugen, die leider etwas anderes behaupten). Ich glaube, man sollte die Ereignisse ganz genau betrachten und feststellen, welche Faktoren zu diesen Eskalationen geführt haben. Allerdings hat der "Ararat"-Shop anscheinend dazu beigetragen, die Situation zwischen den Krawall-Brüdern durch zusätzlichen Verkauf von Alkohol (denn es gab laut Flaschensammlern eine riesige Zahl von sogenannten Supermarkt-Bierflaschen, die man in einem Spätshop gar nicht kaufen kann und welche also auf anderen Wegen vor die Scheune gelangt waren) indirekt zu verschärfen. Das liegt klar auf der Hand und nun müssen Lösungen her. Eine Schließung dieses Shops ist nur ein Vorschlag. Und noch etwas zur Polizei - diese ist zum Schutz der Bürger da - wenn es nun zu vermehrten Polizeistreifen kommt (was übrigens schon lange passiert ist und zwar mindestens seit Beginn des Sommers) ist das verständlich - es wäre nur nicht zu akzeptieren, wenn diese Polizeipräsenz auch dann noch bestünde, wenn es dazu keine Anlässe mehr gäbe. Die Politik der Stadt Dresden ist ebenfalls eine komplett andere, als der obige Beitrag weiß macht bzw. weiß machen will. Wenn Politik so einfach funktionieren würde, gäbe es nie wieder Probleme. Und ein solches Vertrauen in die Stadtpolitik, wie ich aus den Zeilen herauslese, ist auch ziemlich naiv. Dresden besitz einflußreiche Interessengruppen, und das auch im Stadtrat. Politik ist nicht immer 1+1=2. Sie ist vielmehr 1+1+X=?.


 


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